Formvollendung

November 20, 2018 / 8 — 10min read / No Comments

Eine Reise zu meinen eigenen Träumen habe ich mit der Transformation Journey nach Marrakesch angetreten. Für alle, die suchen – und bereit sind zu finden.

{Press Play for Full Poetry Mode On} Beim Schreiben habe ich dieses Lied auf Dauerschleife gehört: „Monster“ von Mumford & Sons.

„Mein Name ist Rafaela Carmen Scharf. Ich will Schriftstellerin werden, aber…“ Dies ist er. Der Satz, der mich schon mein Leben lang begleitet, mein Leben lang festhält. Der Satz, der all das zusammenfasst, was ich bin, was ich nicht bin und – am allermeisten – das, was ich niemals sein wollte. Es ist dieser Satz, mit dem ich mich vor einem Monat meinen Reisebegleitern auf der Transformation Journey vorgestellt habe. Und gleichzeitig ist es der eine Satz, den ich für immer dort lassen würde. Doch zurück auf Anfang. Vor Marrakesch. Vor meiner Verwandlung.

Was ist die Transformation Journey?

Es ist kaum zwei Jahre her, da bin ich einer ganz besonderen Person begegnet. Ihr Name ist Martina Kapral, und ich darf sie zurecht als Wunder bezeichnen. Wie viele von uns, ist Martina gezeichnet. Doch was wäre eine Zeichnung ohne Tiefe? Martina hat gelernt, Licht und Schatten im Leben mit Mut zu begegnen. Denn erst das Zusammenspiel aus Beiden ist es, was die Farbe in uns mischt. Diese Botschaft der Offenheit trägt sie entschlossen in die Welt. Meistens landet sie dort, wo sie am meisten gebraucht wird. Dieses Jahr landete sie bei mir.

Im September hat mich Martina dazu eingeladen, sie zu der von ihr organisierten Transformation Journey zu begleiten. Zwar hatte sie mich in den letzten Monaten mehr aus der Ferne beobachtet, doch trotzdem lag ich stets in ihrem Blickfeld. Menschen mit besonderer Beobachtungsgabe erkennen den Moment, wenn er gekommen ist. Und mein Moment war – nach einem Nervenzusammenbruch im Frühjahr, dem plötzlichen Tod meines Papas im Sommer, und einem unerträglichen Zustand der Ungewissheit im Herbst – wohl gekommen.

Die Transformation Journey wurde von Mutmacherin Martina und Transformation Coach Nathalie Karré erfunden, um- und freigesetzt. Auf der Website wird die Metamorphose folgendermaßen beschrieben: „Transformation Journeys begleiten Menschen in Veränderungs- und Entwicklungsprozessen und sind innere und äußere Reisen an besondere Orte zu außergewöhnlichen Persönlichkeiten. Jede Reise folgt einem Motto – die Stationen und Begleiter der Journey sind entsprechend dieser Inhalte ausgewählt.“

Meine Transformation Journey führte mich im Oktober 2018 zu dem besonderen Ort Marrakesch, zu außergewöhnlichen Persönlichkeiten wie André Heller, wurde begleitet von Lebensenthusiasten wie Ali Mahlodji und geprägt von der Frage, wie ich sein kann, wer ich wirklich bin – ohne Angst davor zu haben. Denn wie ich heute, einen Monat später, weiß, ist Angst mein großes Thema. Angst vor dem Versagen. Angst vor dem Scheitern. Angst vor der Bewertung. Angst vor dem Erfolg.

 

Der Veränderung die Tür schließen hieße, das Leben selber aussperren.

Walt Whitman

Doch wie sieht sie nun aus, so eine Transformation Journey? Die Antwort: Wie eine Fata Morgana. Zu schön, um wahr zu sein. Einen exakten Einblick in die Reisedetails und Möglichkeiten zur Buchung findet ihr am Ende meines Beitrags.

Komprimiert aufs Wesentliche habe ich die Reise zu mir selbst aber so erlebt: Es waren fünf Tage voll von Düften, von Farben, von Begegnungen. Ich habe in den Straßen von Marrakesch von Echtheit gekostet. Habe gelernt von den Menschen, die ein echtes, geerdetes Leben führen. Die in die Welt schauen und glücklich sind. Weil sie keine Vergleiche ziehen.

Ich habe gelernt, mich vertrauensvoll hinzugeben – in die Arme von Menschen, die mich auffangen werden. Weil sie mich begreifen wollen. Ich habe in rot leuchtenden Palästen von verblassenden Kinderträumen gesprochen. Und habe mich als privilegiert erkannt – weil ich schon weiß, wohin ich will, während andere, manche älter als ich, immer noch suchen. Ich habe unter Laternenmeeren gespeist, in Berberhütten das Prinzip Bescheidenheit verstanden und war zu Gast in den Seelen der Künstler. Denn was soll er sein, der Garten Anima, dieses zur Blume gewordene Prachtgebilde, wenn nicht ein Gleichnis des menschlichen Geistes. Eine Sagrada Família der Fauna. Was Gaudí in Spanien zu Stein gehauen, hat Heller hier in Marrakesch in die Erde gebaut. Und ein Abbild des menschlichen Geistes geschaffen, wie es präziser nicht sein könnte – ständig wachsend, sich verändernd, niemals innehaltend – und unaufhaltsam in seiner unendlichen, unfassbaren Schönheit.

© Markus Siuda

 

© Nathalie Karré

© Nathalie Karré

 

Ich habe mir einen meiner größten, phantasmagorischsten Träume erfüllt – ich habe den Schreibtisch eines echten, wahrhaftigen Schriftstellers gesehen – ein heiliges Bild, berührt mit meinen eigenen Augen. Eingebrannt in meine Ewigkeit. Und immer noch, bin ich erfüllt von diesem Märchen.

Ich saß mit meinem Vater in der aufgehenden Sonne und habe uns beweint – nicht ihn, nicht mich. Sondern uns. Uns, die es zusammen nie mehr geben würde.

Ich war umgeben von Speisen, in denen Duft und Geschmack um die Verzückung der Sinne buhlten, und konnte doch keinen Bissen essen – vor lauter Glück.

Was ich noch aus Marrakesch mitgenommen habe? Meine wichtigsten Erkenntnisse will ich mit jenen teilen, die sie finden müssen:
  • Jeder Mensch ist kreativ. Auch Du. Glaubst du nicht? Dann durchforste deine größten Angstfantasien. Aus den Sorgen, die du dir machst, wenn du deinen Freund nicht erreichst, dein Kind nicht nach Hause kommt oder du zum dritten Tag in Folge Kopfweh hast, könntest Du ganze Drehbücher schreiben. Dieses Phänomen nennt man auch Fantasie.

 

  • Kreativität ist unendlich. Sie geht nicht einfach eines Tages aus, weil wir zu verschwenderisch mit ihr waren. Glaubst du nicht? Dann wirf einen Blick in André Hellers Garten. Und beweise mir das Gegenteil.

 

  • Manche Menschen haben viel mehr Angst vor dem Erfolg als vor dem Misserfolg. Glaubst Du nicht? Dann überlege, was passieren könnte, wenn sich erfüllt, was du dir wünschst. Gehst du auf vor Freude, oder gehst du vor ihr in die Knie, weil sie dich, übermächtig wie sie ist, überwältigt? Angst gibt auch Halt. Sie loszulassen erfordert Mut, um aus der eigenen Komfortzone herauszutreten.

 

  • Verreise alleine. Erst in der Weite wirst du die Nähe zu den Menschen wiederfinden. In der Einsamkeit wirst du dich selbst finden.

 

  • Lache! Lache mit anderen, lache über dich – aber lache. Leichtigkeit ist der Schlüssel zu jeder Tür.

 

  • Mache aus jedem „aber“ ein „und“ – auch in deiner Alltagskommunikation. Und nimm deinen Sätzen damit die Tragik. Beispiel: „Ich will Schriftstellerin werden und…“

 

The day after tomorrow

Nach einer Reise wie der Transformation Journey muss ein tief fühlender Mensch wie ich einfach einer Urlaubsdepression verfallen – und auch, wenn es nur eine kurzweilige war, so hat sie doch dieses Gedicht aus mir hervorgebracht. Ein Gedicht, das mir immer Mahnung sein soll. Das mich daran erinnern soll, wie es sich anfühlt, aus einem Traum ins Leere zu fallen.

Deswegen habe ich mich auch entschieden noch eine Weile in meinem Traum zu bleiben. Um genau zu sein: Für immer. Seit ich aus Marrakesch zurück bin, schreibe ich an meinem Buch. Jeden Tag ein bisschen, weil die Zeit nicht immer reicht. Ich schreibe und ich bin glücklich dabei.

Als ich aus Marrakesch zurückgekommen bin, hat mich Eva, mein Lebensmensch, gefragt, wie ich mich fühle. Die ehrlichste Antwort, die ich ihr geben konnte, war: „Ich bin verliebt.“

Und ich bin auch verliebt. Ich bin endlich wieder verliebt ins Leben. Mein Name ist Rafaela Carmen Scharf. Ich will Schriftstellerin werden und ich schreibe gerade an meinem ersten Buch.

Danke an Martina, die diese Reise – meine Reise – erst möglich gemacht hat. Es wird der Tag kommen, an dem ich dich einladen werde, durch meine Welten zu reisen.

Danke an Ali, der mir Mut zugesprochen und mich dazu ermuntert hat, endlich vom Schwimmbecken ins offene Meer zu springen. Ich lerne gerade das Schwimmen.

Danke an jeden einzelnen Teilnehmer der Transformation Journey. Es wurden Dinge gesagt, die ich nie wieder vergessen werde. Botschaften geteilt, die immer leuchtender Schatz sein werden in meiner Seele.

 

Reiseübersicht Transformation Journey, 17. bis 21. Oktober 2018

17.10.2018

Reise von Wien nach Marrakesch. Check In in der Unterkunft, dem unvergleichlichen Riad Slitine. Gegenseitiges Kennenlernen in der Gruppe, umhüllt von Pfefferminzteeschwaden und Gastfreundschaft.

18.10.2018

Eintauchen in den Paradiesgarten Anima und persönliche Begegnung mit Universalpoet André Heller in seinem privaten Refugium in Marrakesch. Gemeinsames Abendessen in der Kulisse von Tausendundeiner Nacht in der La Trattoria Marrakech.

19.10.2018

Potentiale entfalten mit Speaker und Motivationscoach Ali Mahlodji. Gemeinsames Erarbeiten von Träumen, Potentialen und Entfaltungsmöglichkeiten in der Gruppe. Auflösen von Blockaden unter Palastdächern und Samtbaldachinen. Abendessen in der surrealen Schönheit des Palais Soleiman.

20.10.2018

Trekking im Atlasgebirge, Erwecken des eigenen Pioniergeists mit den Berbern. Panoramatee mit Blick ins Bergmassiv. Gemeinsames Mittagessen vor dampfenden Tälern und Taginetöpfen.

21.10.2018

Abschied, Abreise, Verinnerlichung und Heimkehr.

Zwischen all den Reisebausteinen bleibt natürlich auch noch genug Zeit für die eigenständige Erkundung der marokkanischen Schönheit – Kulturschnuppern auf den Souks inklusive.

Du willst auch die Reise zu dir selbst antreten? Mehr Informationen zur nächsten Transformation Journey findest du hier!

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