Sehnsucht

Oktober 22, 2018 / 2 — 3min read / One Comment

Auszüge aus einer Urlaubsdepression.

{Press Play for Full Poetry Mode On} Das Gedicht wurde zu dem Lied „Blanket Me“ von Hundred Waters verfasst. Wenn ihr das Gedicht so erleben wollt, wie ich es fühle, könnt ihr beim Lesen das Lied abspielen und das Gedicht laut lesen.

Es fällt mir schwer, all das Erlebte, all das in Marrakesch Gelebte und Gefühlte in Worte zu fassen. Manchmal drückt sich die Schönheit einer Sache aber am besten in der Sehnsucht nach ihr aus. Bevor ich also versuche, meine Worte zu einem Reisebericht zu bündeln, gebe ich den Gefühlen, die ich in den letzten Tagen erlebt habe, in einem Sehnsuchtsgedicht einen Raum. Mein Reisejournal folgt, sobald ich es aus ein bisschen mehr Distanz schildern kann – andernfalls wäre es durchwirkt von Schwermut, was dem Erlebten einfach nicht gerecht werden würde. An eurem Spannungsbogen könnt ihr bis dahin schon einmal hier arbeiten, wo ihr alle Informationen zur Transformation Journey, an der ich teilgenommen habe, findet.

 

Sehnsucht

 

Mein Herz, es kreischt, es schwindet,

es trennt und es entbindet,

es bricht in den Frequenzen,

und schlägt in Endtendenzen.

 

Zerstaubt zu vager Ahnung,

flirrt in mir kalte Mahnung:

Ich bin kein Traum, bin Echtes,

bin Gutes, und bin Schlechtes.

 

Doch war ich Traumgebilde,

gebaut aus Satz und Silbe,

Ich war Idee, war Einfall,

und jetzt heult hehr der Nachhall.

 

Sirenen eines Geistes,

Beklagen klirr Entgleistes,

Und Gärten, Blumenwelten,

verdrießen und verwelken.

 

Ich schritt durch Sternenhallen,

durch Urknall, Lichterschallen,

durch Universum, Zeiten,

entgrenzte Seelenweiten.

 

Nun spann’ ich meine Sinne,

auf glitzernd Geistesdinge,

verrauch’ zu festen Träumen,

und schweb’ in Himmelsräumen.

 

Ich häng’ in Zwischenwelten,

aus Blühen und aus Welken,

aus Fliegen und aus Fallen,

aus firnen Ruhmeshallen.

 

Zurück in Atmosphäre,

veratme ich die Leere,

erstick’ in Glas und Scherben,

verwehrter Dichterschergen.

 

Im Herzen solcher Seele,

liegt zarte Parallele,

zu Raum und Wirklichkeiten,

der fahlen Alltagsweiten.

 

Ein Strecken und ein Dehnen,

spannt meine Dichtersehnen,

verzückt von Möglichkeiten,

schiebt in mir das Entgleiten.

 

Ich lebe in Ideen,

in Fantasienseen,

ein Meer aus Wollen und Wallen,

verdampft in Lagerhallen,

aus Normen und aus Leben,

und trocknet aus das Streben.

 

Danke an alle meine Reisebegleiter, die dieses Gedicht aus meinem Herzen gepresst haben. In Erinnerung an ein Wunder.

Eure Rafaela

 

 

1 Comment

  1. Bohæme

    on Oktober 22, 2018 at 3:04 pm

    <3

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